In der Fremde daheim

Wanderungsbewegungen großer Bevölkerungsschichten und Sozialgeschichte stehen in engem Zusammenhang. Erbrecht und Bevölkerungswachstum, Krieg und Verfolgung, wirtschaftlicher Aufschwung oder politischer Zusammenbruch von Nationalstaaten sowie der Wunsch nach Religionsfreiheit setzen Menschen freiwillig oder unfreiwillig in Bewegung. Auch die Grafschaft Bentheim ist hier reich an Geschichte und Geschichten. Zum Teil sind die einzelnen Felder schon aufgearbeitet, zum Teil besteht noch großer Forschungsbedarf. Besonders spannend für uns an diesen Forschungsfeldern ist, dass sie die Ereignisse und Strukturen der Regionalgeschichte mit der gesamten Welt verknüpfen. Im einzelnen handelt es sich um:

  • die „Hollandgänger“, die ab 1648 als Saisonarbeiter in die Niederlande ziehen und aus deren Reihen die Tödden hervorgehen.
  • Auswanderung nach Kanada, Südamerika und in die USA
  • jüdische Vertreibung aus der Grafschaft, zunächst in die Niederlande, dann in die USA und Südamerika
  • Kriegs und Strafgefangene des Zweiten Weltkrieges
  • Heimatvertriebene und Flüchtlinge,
    die nach 1945 in die Grafschaft kommen
  • Gastarbeiter und Asylsuchende
  • Deutsche aus Russland, die an der Wende
    vom 20. zum 21. Jahrhundert nach Deutschland übersiedeln